Die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit muss eine strategische Querschnittsaufgabe sein, so das Fazit von zwei Alumni-Workshops in Hanoi und Ho Chi Minh-Stadt.

"How to improve the employability of students at Vietnamese universities?" bzw. "Employability in Higher Education" war das Thema von zwei Alumni-Workshops, zu denen die AS Hanoi am 14.11. und das IC in Ho Chi Minh-Stadt am 16.11.eingeladen hatten.

Die Teilnehmer der Workshops verstanden darunter in erster Linie das Vermitteln bzw. Erlernen von Soft Skills. Dass die Beantwortung dieser Frage aber wesentlich mehr erfordert und letztlich eine die gesamte Hochschule durchziehende strategische Querschnittsaufgabe sein muss, machten die beiden eingeladenen Experten des Career Service der Universität Münster deutlich. Andreas Eimer und Dr. Jan Knauer betonten, dass die Hochschule, die Lehrenden und Fachbereiche sowie die Studierenden selbst alle gemeinsam in der Verantwortung stehen, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Die Hochschule, indem sie Service-Strukturen schafft; die Lehrenden und Fachbereiche, indem sie ihre Studienangebote auf eine gute Beschäftigungsfähigkeit ausrichten; und die Studierenden, indem sie die Angebote wahrnehmen und zugleich auch mit dem Blick auf eine spätere Beschäftigung studieren. So hat zum Beispiel der Career Service der Universität Münster ein Seminar-Angebot erarbeitet, das auch deshalb von den Studierenden sehr gut angenommen wird, weil man mit der erfolgreichen Teilnahme an vielen Seminaren Credits erwerben kann.

In Vietnam wird das Thema sehr intensiv diskutiert, denn es herrschen große Unterschiede zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes und der oft zu theorielastigen Ausbildung an den Hochschulen, die zu einer hohen Arbeitslosigkeit unter vietnamesischen Hochschulabsolventen führt. Immer mehr junge Vietnamesen, die es sich leisten können, studieren deshalb im Ausland. Nach Deutschland gingen im letzten Jahr 17% mehr Vietnamesen zum Studium im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich geht an vietnamesischen Hochschulen die Zahl der Studierenden seit rund vier Jahren leicht zurück.

Vietnamesische Hochschulen stehen bei Konzepten zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit ihrer Studierenden noch ganz am Anfang und konzentrieren sich bisher vor allem auf das vereinzelte Vermitteln von Soft Skills. Als notwendige strategische Querschnittsaufgabe der Hochschulleitung wird das Thema bisher nicht verstanden. Die Alumni-Workshops konnten hier hoffentlich einen ersten Denkanstoß vermitteln.

(Stefan Hase-Bergen)