Mein Name ist Tran, Thi Thu Trang. Seit Oktober 2018 promoviere ich mit dem DAAD-Promotionsstipendium an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Fachbereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Universität Bielefeld.

Mein Mann, mein kleiner Sohn und ich leben derzeit in Bielefeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Obwohl das Bundesland sehr stark vom Corona-Virus betroffen ist, habe ich mich entschieden, nicht nach Vietnam zurückzukehren, sondern in Bielefeld zu bleiben. Vor der Coronakrise haben wir geplant, nach Vietnam zu fliegen, um die Daten meiner Forschung zu erheben und meine Familie zu besuchen. Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus weltweit musste ich die Datenerhebung zeitlich nach hinten verschieben.

In der Corona-Zeit kann man nicht an der Universität arbeiten, sondern nur zu Hause. Mit meinem Betreuer stehe ich online im Kontakt, durch Skype oder Zoom. Natürlich stieß ich am Anfang auf Schwierigkeiten, weil mein fünfjähriger Sohn auch zu Hause bleibt und mich bei der Arbeit ab und zu auf Trab hält. Aber nach einer Woche der Ausgangssperre hatte ich meinen Arbeitsrhythmus gefunden. Ich persönlich finde, dass es kaum Einschränkungen für die Forschung gibt.

Der DAAD ist in Kontakt mit uns DAAD-Stipendiaten in dieser Krisenzeit und informiert uns so schnell wie möglich über die Pandemie. Meine Ansprechpartnerin steht uns jederzeit zur Verfügung und reagiert schnell auf Fragen.

In der Pandemiezeit habe ich gelernt, langsamer zu leben und Familie und Forschung in Einklang zu bringen. Das halte ich für besonders wichtig. Ich habe mehr Zeit für meine Familie, und für meinen Sohn. Darüber hinaus bin ich sportlicher geworden, indem ich zweimal am Tag mit meinem kleinen Sohn jogge. Wir entdecken dabei den schönen Wald in der Nähe unserer Wohnung und genießen den Frühling in Deutschland. Überall blühen Blumen, Vögel zwitschern in den Gebüschen. Ich liebe die Natur. Außerdem verbringe ich ein bisschen Zeit mit meinen Zierpflanzen in der Wohnung.

Bisher wurden viele harte Maßnahmen in Deutschland ergriffen, um die Corona-Pandemie zu verlangsamen. Was mir besonders Eindruck gemacht hat, ist die Ausgangsbeschränkung und die Einführung der Maskenpflicht in Deutschland. Die Ausgangsbeschränkung erweist sich bisher als effektiv, weil die Zahl der Infizierten gesunken und die der Genesen gestiegen ist. Für uns, die Asiaten ist es ganz normal, auf der Straße eine Maske zu tragen, um sich vor dem Staub und vor der Sonne zu schützen. Aber für die Deutschen ist es wahrscheinlich unnormal, eine Maske zu tragen. Ich persönlich habe vorher noch nie eine Deutsche/ einen Deutschen eine Maske tragen sehen. Aber jetzt tragen sie in der Öffentlichkeit Masken, wenn auch natürlich nicht alle. Im Supermarkt, wo ich oft einkaufe, tragen fast 70% aller Käufer und Käuferinnen eine Maske. Kassierer und Kassiererinnen auch.

Ich hoffe, dass Deutschland mit sehr guten effektiven Eindämmungsmaßnahmen gegen dieses Virus so bald wie möglich den Weg zur Normalität finden kann.

Bielefeld, den 25. 4. 2020

Trần Thị Thu Trang

Doktorandin
Universität Bielefeld (Nordrhein-Westfalen, Deutschland)
DAAD-Research Grants - Doctoral Programmes in Germany, 2019/20