Prof. Velavan von der Universität Tübingen berichtete in einem Alumni-Talk in Hanoi von seinen Forschungen zu COVID-19. Seiner Meinung nach stehen die Chancen gut, dass es Mitte 2021 einen Impfstoff gibt.

Ihren ersten Alumni-Talk 2020 organisierte die AS Hanoi am 27. Oktober im Goethe-Institut zum Thema COVID-19. Prof. Thirumalaisamy Velavan vom Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen war zu einem fünfwöchigen Arbeitsbesuch (davon zwei Wochen in Quarantäne) nach Hanoi gekommen. Prof. Velavan leitet zusammen mit seinem langjährigen Kooperationspartner (und DAAD-Alumnus) Assoc. Prof. Le Huu Song das unter anderem vom DAAD geförderte Vietnamese-German Center for Medical Research (VG-CARE) am 108 Central Medical Hospital Hanoi. Im Rahmen von VG-CARE führen beide ab Januar eine Studie zu einem Corona-Impfstoff in Vietnam durch.

Von dieser Studie wie generell zu seinen Forschungen zu COVID-19 seit Beginn des Jahres berichtete Prof. Velavan den 70 Alumni und anderen Gästen, darunter Botschafter Dr. Guido Hildner. Er ging dabei auch auf die Entwicklung eines Impfstoffes ein. Die Forschungen dazu seien vor allem in China und den USA, aber auch in Deutschland weit vorangeschritten, und er rechne Mitte 2021 damit, dass ein Impfstoff auf dem Markt sei. Allerdings würde das Virus ständig mutieren, so dass man zur langfristigen Wirkung eines solchen Impfstoffes noch nicht viel sagen könne. Das gelte auch für die sogenannte "Herden-Immunität", da nach den bisherigen Forschungen die im Körper gebildeten Antikörper nur eine Lebensdauer von 90-120 Tagen hätten. Die "Herden-Immunität" könne bisher nicht funktionieren.

Vietnam habe durch frühzeitiges und konsequentes Handeln eine hohe Verbreitung des Virus vermeiden können. In China sei diese Chance durch die anfängliche Verschleierung und die Drohungen der Behörden gegen den Arzt Li Wenliang, der schon sehr früh auf die Gefahrenlage hinwies, vertan worden.