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Ausblick auf das Jahr der Katze

© DAAD Vietnam

Die Corona-Auswirkungen sind auch an den vietnamesischen Hochschulen noch zu spüren. Das neue Jahr wird eine Fortsetzung der Hochschulreformen bringen, die deutschen Hochschulen weiterhin gute Kooperationschancen bieten. Zugleich warten große Herausforderungen auf die vietnamesischen Hochschulen.

Die Straßen und Häuser in Hanoi sind zurzeit, Ende Januar, noch festlich geschmückt, die traditionellen Mandarinen- und Pfirsichbäume mit ihren rosa Blüten stehen an vielen öffentlichen Plätzen und in fast jedem Haushalt. Es ist Tet-Zeit, Hanoi wie ganz Vietnam sind zur Ruhe gekommen zu Beginn des neuen Jahrs der Katze. Das Tet-Fest zum Jahreswechsel nach dem Mondkalender ist das wichtigste Fest in Vietnam, es lag in diesem Jahr sehr früh. Der Jahreswechsel bietet Anlass, zurückzuschauen auf ein auch in Vietnam sehr bewegtes Jahr und zugleich auch den Blick nach vorne zu richten.
Bis März 2022 dominierte die Corona-Pandemie das Leben in Vietnam. Doch durch die fast vollständige Impfung der Bevölkerung und die nicht mehr so gefährlichen Mutationen des Virus verlor die Krankheit ihren Schrecken in der Bevölkerung, und die Regierung hob im März fast sämtliche Corona-Maßnahmen auf. Eine Erkrankung wird inzwischen wie eine Erkältung betrachtet. Corona spielt heute in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine bedeutende Rolle und wurde im Herbst von der Sorge vor einer Erkrankung an Dengue-Fieber abgelöst.
Die vietnamesischen Hochschulen konnten im April in einen normalen Präsenzbetrieb zurückkehren, und mit der Öffnung der Grenzen lebten auch die internationalen Kontakte an den Hochschulen wieder auf. Viele deutsche Hochschulen holten ihre Besuche von Partnerhochschulen nach, das Interesse vietnamesischer Hochschulen an einer Zusammenarbeit mit Partnern in Deutschland ist ungebrochen und eher noch angewachsen.
Aber die Auswirkungen der Pandemie sind aller Normalität zum Trotz doch deutlich spürbar: Zwar sind die Zahlen der Bachelorstudierenden an den Hochschulen weiter angestiegen, aber die Zahl der Masterstudierenden und vor allem der Promovierenden ist weiter und zum Teil deutlich zurückgegangen. Ein wesentlicher Grund dafür, so die Analyse innerhalb etlicher Hochschulen, sei die Pandemie, die zu spürbaren Einkommensverlusten in vielen Familien geführt habe. Nach einem ersten Abschluss müssten die Studierenden zunächst einmal Geld verdienen, statt hohe Studiengebühren für ein weiterführendes Studium zu bezahlen.
Zwar hat sich die Wirtschaft in Vietnam 2022 gut erholt und ein sehr hohes Wirtschaftswachstum von acht Prozent erreicht, aber die Folgen der Pandemie wie auch der aktuellen Inflation sowie der Nachfragerückgang bei den Hauptexportgütern Elektronik, Bekleidung, Schuhe und Möbel in den wichtigsten Exportmärkten USA, China und Europa lassen befürchten, dass auch 2023 das Interesse beziehungsweise die Möglichkeiten eines weiterführenden Studiums eingeschränkt bleiben.
Für die Hochschulen ist das vor allem mit Blick auf ihre Forschungen, aber auch bei der Besetzung von Stellen in Lehre und Forschung ein Problem. Einige Spitzenuniversitäten wie die Hanoi University of Science and Technology rekrutieren ihr akademisches Personal inzwischen zu einem großen Teil unter aus dem Ausland zurückkehrenden Absolventinnen und Absolventen. Aber diese Option ist für die meisten Hochschulen nicht in gleicher Weise gegeben.
Das Ministry of Education and Training (MoET) hat zur Verbesserung von Lehre und Forschung an den Hochschulen mit dem “Projekt 89” ein Regierungsstipendienprogramm aufgesetzt, das vor allem Promotionsaufenthalte im Ausland im Rahmen gemeinsamer Projekte mit internationalen Partnern fördern soll. Allerdings wird es bisher von den Hochschulen nur sehr zögerlich angenommen, bietet aber dennoch gute Chance für deutsche Hochschulen, Promovierende von Partnerhochschulen im Rahmen gemeinsamer Projekte zu gewinnen. Das MoET wirbt bei internationalen Partnern um Unterstützung, damit sich mehr Interessenten um ein Stipendium für eine Promotion im Ausland bewerben.
Im neuen Jahr der Katze werden die Hochschulreformen weitergeführt werden, insbesondere der Prozess der Hochschulautonomie. Deutsche Hochschulen können ihren Partnern in Vietnam hilfreich zur Seite stehen, denn viele von ihnen sind sehr unsicher bei der Einrichtung autonomer Hochschulstrukturen.
Mit der Hochschulautonomie geht einher, dass Hochschulen die Qualität ihrer Studiengänge sichern und Akkreditierungsverfahren durchlaufen müssen. Auch das wird 2023 ein wichtiges Thema bleiben.
Die Internationalisierung von Lehre und Forschung und damit auch der vietnamesischen Hochschulen steht weiterhin ganz oben auf der Agenda und bietet deutschen Hochschulen sehr gute Möglichkeiten, Partnerschaften unter anderem zur Gewinnung von Studierenden, aber auch von potenziellen Fachkräften zu entwickeln. So bieten zum Beispiel 38 vietnamesische Hochschulen Pflegestudiengänge an.
Eine große Herausforderung wird 2023 neben der Forschung vor allem die Finanzierung der Hochschulen sein, denn der Staat fährt sukzessive seine Grundfinanzierung zurück. Die Hochschulen müssen nicht nur autonom werden, sondern in Zukunft auch finanziell autark handeln. Ob und wie das gelingen kann, wird eine der spannenden Fragen für das Jahr der Katze und auch danach sein.

(Stefan Hase-Bergen, 26. Januar 2023)

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